Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass mich nicht das perfekte Bild interessiert, sondern das Unvollständige, Offene und manchmal auch Unvorhersehbare.
Meine Arbeiten entstehen aus Schichten, Linien, Flächen und spontanen Entscheidungen. Manche entwickeln sich schnell, andere verändern sich über Tage.
Entscheidend ist für mich der Moment, in dem ein Werk beginnt, eine eigene Ruhe und Spannung auszustrahlen.
Diese Balance zwischen Kontrolle und Zufall, Klarheit und Offenheit prägt meine Arbeit.

MEIN WEG ZUR KUNST
Meine Verbindung zu Farbe, Gestaltung und handwerklichem Arbeiten begann lange bevor ich selbst intensiv malte.
Durch Ferienarbeiten in einem Malermeisterbetrieb lernte ich früh den Umgang mit Farben und Oberflächen kennen. Später absolvierte ich eine Ausbildung zum Glaser und kam dabei auch mit der Arbeit an Kirchenfenstern in Berührung. Besonders das Zusammenspiel von Licht, Farbe, Fläche und Material faszinierte mich schon damals.
Das Leben führte mich anschließend zunächst in andere Richtungen. Die kreative Arbeit verschwand jedoch nie vollständig.
2022 begann ich wieder intensiver mit freier Malerei. Seit 2023 arbeite ich kontinuierlich an eigenen Werken, Serien und Techniken. Dabei geht es mir weniger darum, einen festgelegten Stil zu wiederholen, sondern Schritt für Schritt eine eigene Bildsprache weiterzuentwickeln.

MEINE ARBEITSWEISE
ZWISCHEN KONTROLLE UND ZUFALL
Am Anfang eines Bildes steht manchmal eine konkrete Idee, manchmal lediglich eine Farbe, eine Linie oder eine bestimmte Stimmung.
Danach beginnt ein offener Prozess aus Auftragen, Entfernen, Überlagern und Reduzieren. Manche Spuren entstehen bewusst, andere entwickeln sich durch das Material oder den Zufall. Mich interessiert genau dieser offene Weg - der Moment, in dem aus Bewegung und Reduktion langsam ein Bild entsteht, das Ruhe und Spannung zugleich trägt.
Ich versuche dabei nicht, jeden einzelnen Schritt vollständig zu kontrollieren. Häufig entstehen gerade dort die interessantesten Momente, wo etwas anders geschieht als ursprünglich geplant.
Für mich ist deshalb nicht nur das Hinzufügen wichtig. Auch das Weglassen gehört zum Entstehungsprozess.
Ein Bild ist für mich dann fertig, wenn nichts mehr hinzugefügt werden muss.
WAS BLEIBEN SOLL
Ich möchte Arbeiten schaffen, deren Wirkung über einen kurzfristigen Trend hinausgeht.
Bilder dürfen Zeit brauchen.
Sie müssen nicht jedem gefallen.
Und sie müssen nicht sofort verstanden werden.
Wenn jemand vor einem meiner Werke stehen bleibt, einen Moment länger hinsieht und darin etwas Eigenes entdeckt, hat das Bild für mich bereits etwas erreicht.
Meine Kunst soll keine fertigen Antworten geben.
Sie soll Raum schaffen.
Für Gedanken.
Für Ruhe.
Für den eigenen Blick.

Kunstverein Freisinger Mohr e.V.
Als Mitglied des Kunstvereins Freisinger Mohr e.V. bin ich Teil einer Gemeinschaft, die zeitgenössische Kunst und den Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum fördert.

