Am Anfang steht oft nur eine Fläche, eine Linie oder eine bestimmte Spannung, die sich während des Arbeitens weiterentwickelt.
Ich arbeite mit Acryl, Tinte, Acryltinte und unterschiedlichen Stiften auf hochwertigem Papier oder Holz. Dabei interessieren mich besonders die Übergänge zwischen kontrollierten Entscheidungen und spontanen Spuren.
Nicht jede freie Fläche muss gefüllt werden. Gerade die Reduktion und das, was bewusst stehen bleibt, sind für mich ein wesentlicher Teil meiner Arbeiten.

Der Anfang ist oft sehr leise
Oft beginnt ein Werk mit wenigen zurückhaltenden Flächen. Grau, Off-White oder ein gedämpfter Farbton bilden eine erste Grundlage.
Nach und nach entstehen Linien, Überlagerungen und kleine Akzente. Manche bleiben, andere verschwinden wieder.
Gerade diese Reduktion ist für mich wichtig. Eine freie Fläche bedeutet nicht automatisch, dass dort noch etwas fehlt. Sie kann genauso Teil des Bildes sein wie eine kräftige Linie.

Wann ist ein Werk fertig?
Das ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Momente während des Arbeitens.
Es gibt keinen festen Punkt, an dem ein Bild vollständig sein muss. Manchmal verändert ein einzelner Strich oder ein kleiner Farbakzent die gesamte Wirkung.
Oft hilft mir Abstand. Ich lasse ein Werk liegen, schaue später noch einmal darauf und merke dann, ob noch etwas fehlt - oder ob bereits genug gesagt ist.
Der richtige Moment ist für mich erreicht, wenn das Bild in sich stimmig wirkt. Nicht alles muss aufgelöst oder erklärt werden. Manchmal entsteht gerade dort Spannung, wo etwas offenbleiben darf.

Raum für eigene Gedanken
Ich möchte mit meinen Arbeiten keine eindeutige Geschichte vorgeben.
Mich interessiert vielmehr, was entsteht, wenn ein Bild offen bleibt - wenn Fläche, Linie und Form zwar etwas andeuten, aber nicht alles festlegen.
So entsteht Raum für eigene Gedanken, Wahrnehmungen und Assoziationen. Jeder Blick kann etwas anderes auslösen, und genau das macht ein Werk für mich lebendig.
Ein Bild muss nicht alles erklären. Es darf Raum lassen.
